Mein Knuddelpferd

So einen Freund wünscht sich doch jeder, der einem gut zuhört und einen immer trösten kann. Mit einem Pferd kann man so fast alles machen. Einige wollen sogar mehr machen, als sie eigentlich sollen. Zudem ist es auch der beste Tröster der Welt. Man hat eigentlich immer gute Laune hinterher, auch wenn es nicht jeder glauben mag, aber ohne Tiere, am meisten ohne Pferde, ob klein oder groß, würde ich mich manchmal doch sehr zu Hause langweilen. So hat man eine Beschäftigung, man macht etwas an der frischen Luft und keiner kann meckern, dass man nur im Haus rum hockt und nur am Daddeln ist. Mein Knuddelbär ist auch ein sehr schönes Fotomotiv und wird häufig, zumindest dann, wenn er auf der Koppel steht, als Model genutzt. Freilaufende Tiere sind doch immer wieder die besseren Motive auf der Welt, denn man hat immer unterschiedliche Motive und keins davon wird gleich aussehen. Mein Freund hat nur eine kleine Macke und zwar beißt er sich beim Reiten mitten in der Stunde ins Gebiss und schüttelt daraufhin den Kopf, dass kann ganz schön kräftezehrend sein, aber er ist einfach der Beste, denn ich kenne ihn und ohne ihn wären die Reitstunden ganz schön langweilig. Manchmal quietscht er wie ein Fohlen, wenn es ums Galoppieren geht, dann geht er ohne Ankündigung in Schritt, oder wackelt mit seinem Kopf. Am Ende bin ich meistens mehr am Schwitzen als er selbst.

In einer Reitsunde war er auch ganz erschrocken, als auf einmal ein PKW mit Hänger angekommen war, der Sand abladen wollte und das genau neben dem Reitplatz. Mein Knuddelpferd sollte dran vorbei traben, naja, eigentlich Galoppieren, aber der fand den so unheimlich, dass er versuchte davor abzuhauen. Ich habe mir nur dabei gedacht, mich zurückzulehnen und versuche oben zu bleiben, denn Buckeln tut er dann nicht, wenn er sich erschreckt, nur losrennen. Nun ja, damit er sich davor dann nicht nochmal erschreckt, habe ich ihn dann da 3-4-mal vorbei geritten, erst im Schritt und dann im Trab. Es hat ihm ganz schön die Nerven gekostet, aber am Ende hat er sich dran gewöhnt und ist ganz brav dran vorbei geritten. Dass Schöne ist, dass der Hänger ihm nicht mal was tun konnte, denn dafür müsste der erst mal durch den Zaun fahren. Alle anderen aus meiner Reitstunde haben nicht mal mit den Ohren gezuckt.

Das Schönste an ihm ist, was teilweise auch nervig sein kann, ist, dass er wie ein Hund hinter einem her läuft, zumindest, wenn man ihn reiten möchte, also wenn man ihn in die Reithalle bringt und auch wieder rausbringt. Und bei der Bodenarbeit muss man dann darauf aufpassen, dass er direkt vor einem stehen bleibt und nicht noch versucht vor einen zu kommen. Auch wenn er sich ins Gebiss beißt und daraufhin den Kopf schüttelt, auf Turnieren verdammt nervös ist, ist er doch der coolste und beste Freund den man haben kann. Das funktioniert allerdings alles nicht, ohne Vertrauen zu einander zu haben.

Damit mein Knuddelpferd sich wohlfühlt, kommt er jeden Tag mit seinem Artgenossen auf die Koppel. Nach den Reitstunden lasse ich ihn manchmal noch mal in der Reithalle laufen, so dass er sich nochmal genüsslich wälzen kann. Das genießt er auch jedes Mal sichtlich, aber nachdem wälzen nutzt er es dann die Kleine Freiheit nicht und wartet dann schon sehnsüchtig an der Tür auf mich.

Schade dass er nicht mein eigenes Pferd ist, aber ich liebe ihn, als ob es mein eigenes wäre und ich hasse es, wenn ich ihn nach der Reitstunde nicht wegbringen brauche, das ist immer ein schöner Abschluss, nach einer schönen Reitstunde.


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